Ferienhaus mit Garten

Man könnte meinen, es sei ein Schottergarten. Weit gefehlt, denn bei den grauen Steinchen handelt es sich um Lavagranulat.

Wir wollten in unserem Ferienhaus einen Garten für die Natur, nicht für einen Mähroboter. Insekten, Kleintiere und Vögel sollen sich darin wohlfühlen. Sie sind wichtige Bausteine der Nahrungskette und somit auch unsere Lebensgrundlage.

Dabei spielen heimische Blumen und Sträucher eine zentrale Rolle. Doch nicht immer klappt es so, wie wir es uns vorstellen. Die Natur lässt sich schließlich nichts vorschreiben, weshalb wir uns aktuell noch im Experimentiermodus befinden.

Pflegeleichte Pflanzen im Lavagranulat vor moderner Holzfassade – naturnahe und nachhaltige Gestaltung rund um Ferienhaus 61

Experiment #1 Lavagranulat

Lavagranulat ist ein natürliches Nebenprodukt vulkanischer Aktivität, das besonders für seine poröse Struktur bekannt ist. Diese ermöglicht es dem Material, Wasser effizient zu speichern und es langsam an den Boden abzugeben. Das ist insbesondere in trockenen Perioden von großem Vorteil. Zudem verbessert es die Bodenstruktur und optimiert die Drainage, wodurch die Pflanzen profitieren. Darüber hinaus schützt es vor Erosion, da es eine Schutzschicht bildet, die den Boden stabilisiert und den Abtrag durch Wind und Wasser minimiert.

Ob alle unsere Pflänzchen damit zurechtkommen, wird sich zeigen. Einige von ihnen kämpfen mit dem stark tonigen Lehmboden. Insbesondere auf der linken Seite des Hauses haben wir ein Problem. Wind, Hitze, Staunässe. Das hat unsere Pflanzen in einer Regenperiode im Frühjahr 2024 umgehauen. Dazu kam noch die Raupe des Kleinen Frostspanners, die sich den Felsenbirnenstrauch ausgesucht hatte und fast nichts mehr übrig gelassen hat.

Experiment #2

Neue Bepflanzung

IIm Frühjahr 2025 sind die meisten Pflanzen auf der linken Seite (Eingangsbereich) abgestorben. Wir haben im April neue Erde aufgetragen, andere Pflanzen ausgewählt und es mit Rindenmulch versucht – leider mit mäßigem Erfolg. Die Glanzmispel ist weder schön noch insektenfreundlich. Sie sollte lediglich als Sichtschutz dienen, hat jedoch die Hitze oder den Standort nicht gut vertragen. Auch die anderen Pflanzen leiden. Hinzu kommt der Boden: ein tonhaltiger Lehmboden, der sehr anfällig für Staunässe ist. Wenn das Wasser nicht abfließt, fault die Wurzel. Es ist wichtig, organische Materialien oder Sand einzuarbeiten – das wurde nicht sorgfältig und auch nicht überall umgesetzt.

Schon gewusst? Es dauert 100 Jahre, bis sich eine 1 cm dicke natürliche Humuschicht bildet – genau hier wird klar, dass wir dem Boden in der Bauphase zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben. Der Mutterboden auf dieser Seite wurde nicht wieder aufgebracht. Nun gilt es den Boden wieder zum Leben zu erwecken, bevor wir einen neuen Pflanzversuch starten.

Garten - Neue Bepflanzung
Begehbarer Thymian im Garten

Experiment #3

Begehbarer Thymian

Unser Plan: Statt nutzlosem Rasen soll es einen begehbaren Thymianbeet geben. Thymian bietet nämlich eine Vielzahl von Vorteilen, von ästhetischer Schönheit bis hin zu praktischem Nutzen.

Er bietet Insekten wie Bienen und Schmetterlingen Lebensraum und Nahrung. Die Rasenersatzpflanzen benötigen kaum Wasser und keinen Dünger. Sie müssen nicht gemäht und nur selten beschnitten werden. 

Nun ist etwas Geduld gefragt. Wenn ihr euch auf den Flächen bewegt, geht bitte noch etwas sachte mit ihm um. Der Thymian ist noch nicht überall trittfest.

Von maßloser Gier angetrieben
strebt der Mensch immer weiter,
ohne wirklich nachzudenken,
ständig rastlos und unzufrieden,
doch was ist all das von ihm Geschaffene,
gegen die Weite und Ruhe der Wälder,
den Gesang der Vögel in bunten Wiesen,
das zarte Rehkitz im Gras der Lichtung,
im Glitzer der strahlenden Morgensonne.

Karl Talnop

Blühpflanzen am Hang mit Mulchweg und Lavagranulat – naturnahe und pflegeleichte Gartengestaltung beim Ferienhaus 61

Experiment #4

Der Hang

Die heimischen Vögel – Spatzen, Rotkehlchen, Stieglitze oder Gartenrotschwänze – tummeln sich im Garten. Was tun mit der Wildnis aus Gras, Efeu, Brennnesseln und Haselsträuchern?

Brennnesseln sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele nützliche Insekten, wie beispielsweise Schmetterlingsraupen, die auf diese Pflanzen als Wirtspflanzen angewiesen sind. Brennnesseln können dazu beitragen, Bestäuber anzulocken, was die Vielfalt des Ökosystems im Garten fördert.

Efeu bedeckt beinahe den ganzen Hang. Es wäre erstens ein großer Aufwand, es zu entfernen, und zweitens würden wir dabei alles zerstören. Efeu schützt vor Erosion und hält den Boden feucht.

Damit man die Natur am wilden Hang hautnah erleben kann, planen wir noch eine Sitzgelegenheit im Grünen, auf der man sich nach einem Saunagang entspannen kann. Bis diese da ist, führt ein kleiner Pfad hoch zu einem Kompost. Wer sich auskennt, kann dort den Biomüll entsorgen. Richtig kompostieren – eine Anleitung vom Umweltbundesamt.

Terrasse mit Sonnenliegen und Blick in den Garten
Weg in den wilden Hang
Wiesenweg mit gelben Wildblumen führt zum Kompostplatz – naturnahe Gartenpflege rund ums Ferienhaus 61
Wiesenweg zum Kompost

Die häufigsten Fragen zum Garten

Darf ich Kaffeesatz in den Garten werfen?

Du kannst den Kaffeesatz im Garten verteilen. Die Hortensien direkt an der Haustür mögen ihn zum Beispiel. Auch die Pfefferminze. Wenn es dort bereits genügend Kaffeesatz gibt, verteile ihn auf der Wiese oberhalb oder gib ihn in den Biomüll.

Woher kommt das Wasser für die Gartenbewässerung?

Wir versuchen, ohne Bewässerung auszukommen. Im Sommer ist das jedoch nicht möglich. Wir haben eine große Zisterne mit Regenwasser unter der Terrasse, das wir unter anderem für die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung nutzen.

Darf ich Kräuter zum Kochen benutzen?

Natürlich. Du kannst kleine Teile von Rosmarin, Minze oder Thymian zum Kochen verwenden, sodass auch die nächsten Gäste und die Insekten noch etwas davon haben.

Warum gibt es keine Beleuchtung im Garten?

Lichterketten oder Solarleuchten bedeuten für viele Insekten und Tiere Stress. Etwa 60 Prozent aller Tiere sind nachtaktiv. NachtfalterFledermäuse und Igel verlieren ihren Lebensraum, wenn wir Balkone, Terrassen und Fassaden beleuchten. Darum verzichten wir darauf.